Der Winter ist eine herausfordernde Zeit für Gehölze, Sträucher und Bäume. Kälte, Frost, Schnee und Eis setzen Pflanzen stark zu und können sichtbare und unsichtbare Schäden verursachen. Wer seine Gehölze im Winter regelmäßig kontrolliert, kann Schäden frühzeitig erkennen, vorbeugen und die Vitalität der Pflanzen sichern. Gerade in Regionen mit häufigen Minusgraden oder Schneefällen ist die Winterpflege entscheidend für das gesunde Wachstum im Frühling.


Warum Winterkontrollen notwendig sind

Gehölze stehen im Winter unter besonderen Belastungen:

  1. Schneelast: Schwere Schneemengen können Äste abbrechen oder Bäume dauerhaft verformen. Besonders gefährdet sind immergrüne Pflanzen, deren Nadeln den Schnee halten, sowie junges Holz, das flexibler, aber bruchanfälliger ist.
  2. Frostschäden: Plötzliche Temperaturschwankungen führen zu Rissen in der Rinde, Frosttrocknis und beschädigten Knospen. Dies gilt sowohl für Obstbäume als auch für Ziergehölze.
  3. Krankheiten und Schädlingsbefall: Beschädigte Stellen werden zu Eintrittspforten für Pilze und Insekten. Wer Schäden früh erkennt, verhindert die Ausbreitung von Krankheiten.
  4. Wind- und Eisschäden: Stürme und gefrorene Regenschichten erhöhen das Risiko, dass Äste brechen oder Bäume entwurzeln.

📌 Tipp: Ein regelmäßiger Wintercheck ist präventiv und spart Arbeit im Frühjahr, wenn Schäden oft größer und schwerer zu beheben sind.


🪓 Schneelast erkennen und reduzieren

Schneelast kann Gehölze stark belasten und zu irreversiblen Schäden führen. Die Kontrolle umfasst folgende Schritte:

1. Sichtkontrolle

• Achte auf Äste, die nach unten hängen oder verbogen sind.
• Prüfe vor allem junge Bäume, immergrüne Sträucher und hohe Hecken, da diese besonders anfällig sind.

2. Schnee vorsichtig entfernen

• Verwende Handschuhe und einen Besen, um Äste vorsichtig abzuklopfen.
Nie ruckartig biegen – das kann zu Bruch führen.
• Arbeite in Etappen, wenn dicke Schneeschichten lasten, um Stress für die Pflanzen zu vermeiden.

3. Präventive Maßnahmen

Rankhilfen oder Stützen für empfindliche Pflanzen bereits im Herbst anbringen.
• Ein Formschnitt im Spätherbst reduziert die Fläche, auf der sich Schnee ansammeln kann.


🧊 Frostschäden erkennen

Frost kann sowohl oberirdische als auch unterirdische Pflanzenteile schädigen. Typische Anzeichen:

Rindenrisse – besonders an Stämmen in südlicher Sonne, wo die Temperatur stark schwankt.
Vertrocknete Knospen – bei Obstbäumen oder Ziergehölzen.
Braune, vertrocknete Nadeln oder Blätter – häufig bei immergrünen Gehölzen (Frosttrocknis).
Abgestorbene Spitzen von Trieben – oft sichtbar bei jungen Bäumen oder Sträuchern.

Vorgehensweise bei Frostschäden:

• Beschädigte Stellen markieren, damit sie im Frühjahr gezielt geschnitten und gepflegt werden können.
• Junge Bäume schützen: Stämme mit Jute, Kokosmatten oder speziellen Baumfolien umwickeln.
• Immergrüne Sträucher vor Austrocknung durch Wind schützen, z. B. mit Tannenzweigen abdecken.


🪴 Weitere Winterkontrollen

Neben Schneelast und Frostschäden sollten folgende Punkte überprüft werden:

  1. Wurzelschutz: Prüfe, ob die Wurzeln ausreichend mit Erde und Mulch bedeckt sind. Eine Mulchschicht kann Wurzeln vor Frost schützen.
  2. Standfestigkeit: Bäume sollten fest im Boden stehen; lockere Bäume ggf. anbinden.
  3. Krankheiten: Pilzbefall oder faulende Äste frühzeitig erkennen – sofort entfernen, um Ausbreitung zu verhindern.
  4. Nager- und Wildverbiss: Bei starkem Frost suchen Tiere vermehrt Rinde – Schutzmatten können helfen.
  5. Eisbildung an Gehölzen: Eis auf Zweigen kann durch vorsichtiges Abklopfen entfernt werden, um Bruch zu vermeiden.

🛠 Werkzeug und Sicherheit

Handschuhe, stabile Leitern, Besen, Astschere – alles griffbereit halten.
• Bei hohen Bäumen oder dicken Ästen besser professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Nie unter einem stark belasteten Ast stehen, da Bruchstücke zu Verletzungen führen können.
• Kontrolliere auch die Stützpfähle von Jungbäumen, ob sie stabil sind und keine Schräglage haben.


🌱 Pflege nach der Winterkontrolle

• Beschädigte Äste erst im Frühjahr schneiden, wenn die Frostgefahr vorbei ist.
• Dünne oder kranke Äste sofort entfernen, um Krankheiten vorzubeugen.
• Den Boden leicht auflockern, Mulch erneuern und Dünger erst im Frühling geben.
• Kontrolliere die Gehölze nach starken Stürmen erneut, um Schäden schnell zu beheben.


📌 Fazit

Winterkontrollen sind ein zentraler Bestandteil der Gehölzpflege, der Schäden vorbeugt und Pflanzen gesund hält.

✅ Schneelast regelmäßig kontrollieren und vorsichtig reduzieren
✅ Frostschäden erkennen, markieren und im Frühjahr behandeln
✅ Wurzelschutz, Standfestigkeit und Schutzmaßnahmen prüfen
✅ Schäden vermeiden und Krankheitsrisiken minimieren

Mit konsequenter Winterpflege starten Bäume, Sträucher und Hecken gesund und stabil in den Frühling. Wer jetzt aufmerksam ist, spart sich im Frühjahr viel Arbeit und sorgt dafür, dass Gehölze langfristig vital bleiben.